Lebensmittel


Problem: Palmöl – Gespräche mit Betroffenen in Guatemala

Für den Anbau von Ölpalmen-Monokulturen werden Wälder abgeholzt, Wasser und Böden vergiftet und Menschen enteignet. Der Fotograf James Rodríguez hat für uns im Sommer 2021 mit Betroffenen in Guatemala über die desaströsen Folgen industrieller Palmölproduktion gesprochen. Die Videointerviews wurden ins Deutsche übersetzt. Die Übersetzungen können als Untertitel eingeblendet werden.

Audalia Bol

Audalia Bol berichtet davon, wie die Palmölplantage in ihrem Dorf mittlerweile alle Landflächen der Gegend geschluckt hat. Daher bleiben den Anwohner*innen nun keine Felder mehr für den Anbau von Grundnahrungsmitteln wie Mais, die stattdessen für viel Geld hinzugekauft werden müssen. Die auf der Plantage genutzten Pestizide gelangen in die Flüsse der Umgebung und haben zu einem Massensterben von Fischen geführt – einem weiteren Grundnahrungsmittel der Dorfbewohner*innen, das nun nicht mehr zur Verfügung steht. Auch das Wasser ist knapp geworden und die Anwohner*innen müssen weite Wege auf sich nehmen, um zu Wasserquellen zu gelangen. Das Versprechen, dass es für die Anwohner*innen auf der Plantage Jobs geben würde, wurde ebenfalls nicht eingehalten.

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Ramiro Yat

Ramiro Yat berichtet von den erschreckenden Methoden, mithilfe derer der Anbau von Ölpalmen in seinem Dorf ausgeweitet wurde. Den Anwohner*innen wurde von den Besitzer*innen der Palmölplantage vorgelogen, dass ihr Land durch die Errichtung eines Wasserkraftwerkes unbrauchbar werden würde. Diese Lüge überzeugte viele Kleinbäuer*innen, ihr Land an die Plantagenbesitzer*innen zu verkaufen. Mittlerweile wird das ganze Dorf von den brutalen Drohungen der Besitzer*innen eingeschüchtert, während die Rechte von Arbeiter*innen auf der Plantage ebenfalls grob verletzt werden. Die Besitzer*innen der Plantage setzen sogar die örtliche Polizei ein, die unter falschen Vorwänden in die Häuser der Dorfbewohner*innen einbricht und sie nicht stattgefundener Verbrechen bezichtigt. Dies zeigt nur zu deutlich den Einfluss von Großunternehmen auf Politik und Rechtsprechung in Guatemala.

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Elsa Kej

Auch wenn Palmöl in anderen Ländern viel Geld einbringe, bringe es dort, wo es angebaut wird, Menschen um, so Elsa Kej. Die verwendeten Pestizide töten alles an, was die Anwohner*innen in der Nähe der Plantage anpflanzen. Besonders wichtig ist Elsa bei ihrem Einsatz gegen den monokulturellen Anbau von Ölpalmen der Gedanke an zukünftige Generationen: „Und wenn wir nicht unsere Rechte verteidigen, wie sollen sie dann leben?“

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Remigio Caal Caal

Remigio Caal berichtet, dass der Boden in seiner Gegend durch die Palmölplantage so trocken und unfruchtbar ist, dass dort nichts wächst. Auch die Wasserquelle stehe still. Die Anwohner*innen haben keinen rechtlichen Anspruch auf das Land, auf dem sie leben. Der Plantagenbesitzer nutzt die Situation der Menschen aus, indem er sie nur für kurze Zeit auf seiner Plantage beschäftigt und nach wenigen Monaten wieder entlässt. So umgeht er die Auszahlung von rechtlich vorgeschriebenen Gehältern.

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Ansprechpartner_Dominik_Gross

Ich bin für Ihre Fragen da:

Dominik Groß
Referent für Menschenrechte und Klimaschutz in Agrarlieferketten
grossnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-43