25. November – Internationaler Tag
gegen Gewalt an Frauen

Aufruf von Elia Palacios
aus Nicaragua

Foto: Axayacatl

“In unserem Land gibt es leider 69 Frauen, die in diesem Jahr bereits Opfer eines Femizids wurden. Den meisten von ihnen wurde das Leben von ihren Partnern und Ex-Partnern genommen. Leider erleben als Folge dieser extremen Gewalt jeden Tag viele Haushalte Schmerz und Trauer. Wir können nicht weiterhin zulassen, dass Macho-Gewalt Frauen das Leben nimmt! Wir müssen in der Bevölkerung ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Gewalt gegen Frauen ein Verbrechen ist, das angezeigt werden muss.
Auch der nicaraguanische Staat muss eine öffentliche Präventionspolitik entwickeln, die darauf abzielt, Gewalt gegen Frauen zu stoppen. Dafür muss vor allem das kulturelle Denken transformiert werden: Jungen, Mädchen und Jugendliche müssen umerzogen oder besser gleich mit den richtigen Werten erzogen werden. Damit, wenn sie einen eigenen Haushalt oder eine Familie gründen, ihre Paarbeziehung auf gleichberechtigten und nicht ungleichen Machtverhältnissen basiert. Nicht so, wie es das patriarchale System bestimmt, und nicht so, dass Männer und Partner zu Angreifern werden und über die Frauen, ihr Leben und ihre Körper entscheiden.

Wir können nicht einfach mit verschränkten Armen herumstehen und nichts tun. Deshalb fordern wir Frauen an diesem 25. November ein schnelles Handeln, die Bereitstellung von Ressourcen und die notwendigen wirtschaftlichen Mittel, um dieses soziale Problem bewältigen zu können! Es reicht zum Beispiel nicht aus, Frauenkommissariate zu eröffnen, wenn es dort kein Personal gibt und vor allem keine eigens dafür geschulten Polizeibeamten, um mit der Dynamik von Gewalt gegen Frauen angemessen umzugehen. Wenn eine Frau zur Polizei geht, um Anzeige zu erstatten, sollte sie dort mit einer Psychologin sprechen können und anschließend an die anderen Instanzen weitergeleitet werden, die den Fall dokumentieren und auch die juristische Verfolgung aufnehmen, damit der Angreifer nicht ungestraft bleibt. Denn Straflosigkeit ist eine weitere Tatsache, die Gewalt gegen Frauen und Frauenmorde begünstigt.
Wir müssen uns auf die Erziehung konzentrieren, um diese Mentalität zu verändern, um all diese Konzepte aufzulösen, die den Frauen und letztlich uns allen schaden. Denn Gewalt ist ein Problem, das uns am Ende alle gleichermaßen betrifft. Es bedarf schnellen Handelns, damit all die Fälle nicht ungestraft bleiben. Als Organisation Axayacatl und als Menschenrechtsverteidigerinnen fordern wir, dass der Gewalt entgegengewirkt wird, damit wir endlich aufhören können, Tote zu zählen. Es ist traurig, Gewalt in Form von Fällen zu zählen und darüber in Zahlen zu sprechen. Aber wenn wir es nicht tun und nicht auch auf diese Weise das Problem artikulieren, wird es einfach keine Antwort geben, die wir auf die Gewalt gegen Frauen dringend brauchen.”

Elia Palacios, Axayacatl

Ich unterstütze Axayacatl in ihrer Arbeit gegen Gewalt an Frauen!

Axayacatl bildet Frauen darin aus, sich selbst zu verteidigen: In der Schulung von Menschenrechtsverteidiger*innen für Frauenrechte werden u.a. Praxis-Handbücher eingesetzt. 60 Euro kostet es, diese Bücher an zehn Frauen zu verteilen.

Stichwort “Gegen Gewalt an Frauen”.

Dies ist ein konkretes Beispiel, was Ihre Spende bewirken kann.

Porträt von Kirsten Clodius

Ich bin für Ihre Fragen da:

Kirsten Clodius
Referentin für Honduras, Nicaragua, Kleidung, Frauenrechte, LGBTI*
clodiusnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-18