Rohstoff-Kampagne "Stop Mad Mining"

2015 tödlichstes Jahr für Umweltaktivist*innen

Neuer Bericht von Global Witness erschienen

Berta Cáceres, ermordet am 3. März 2016
Berta Cáceres, ermordet am 3. März 2016. Noch im vergangen Jahr wurde sie im Bericht von Global Witness als bedrohte Aktivistin portraitiert. Foto: Goldman Environmental Foundation

Die Verfolgung und Ermordung von Land- und Umweltaktivist*innen in Mittelamerika beschäftigt uns bei der CIR seit geraumer Zeit. Unsere Partnerorganisation CRIPDES in El Salvador fordert seit 2009 eine juristische Aufarbeitung der Morde an drei Gegner*innen des geplanten Goldbergbauprojekts El Dorado. Konzessionen für offene Tagebaue aber auch agroindustrielle Großprojekte, großflächige Rodungen und der Bau von Staudämmen erhöhen den Druck auf die Landnutzung erheblich. Doch der Protest kleinbäuerlicher und indigener Gemeinden wird mit Kriminalisierung und Gewalt von Seiten der Unternehmen, staatlicher Institutionen und kriminellen Organisationen bestraft. Die Veröffentlichung der Studie „How many more?“ der britischen Organisation Global Witness im Mai 2015 hat bestätigt, was wir schon lange vermuten: Die mittelamerikanischen Ländern sind im weltweiten Vergleich unverhältnismäßig stark von diesem Phänomen betroffen. Nun hat die Organisation einen neuen Bericht herausgebracht, laut dem die Morde 2015 im Vergleich zum Vorjahr um erschreckende 59 % auf 185 anstiegen. Das ist der höchste Wert, seit dem die Organisation 2002 begann, Daten zu sammeln. „Die Umwelt ist zu einem neuen Schlachtfeld für Menschenrechte geworden“, stellt Global Witness schon zu Beginn des Berichts fest.

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Offener Brief an EU: Stoppt den blutigen Handel jetzt!

Foto: Enough Project (Lizenz: CC BY-ND)

Die CIR hat mit 130 weiteren Organisationen einen offenen Brief an die Europäische Union unterzeichnet. Derzeit verhandeln EU Parlament, Rat und Kommission eine neue Verordnung, die die Einfuhr von Mineralien aus umkämpften Gebieten reguliert.

Wir fordern die EU auf, den teilweise tödlichen Handel mit vier Mineralien – Zinn, Tantal, Wolfram und Gold – zu stoppen.

Noch in dieser Woche wird eine Entscheidung erwartet.

Der komplette Brief und alle unterzeichnenden Organisationen:

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Neues Video erschienen

 Stop Mad Mining: Gegen Bergbau in El Salvador

Im November 2015 begleitete uns die Dokumentarfilmerin Lisa Backmann auf unserer Delegationsreise nach El Salvador und Guatemala. Wir wurden Zeug*innen von den Umweltschäden und sozialen Konflikten, die der Goldbergbau in beiden Ländern verursacht. Aber auch vom unerschütterlichen sozialen Widerstand der betroffenen Gemeinden. Lisa hielt ihre Eindrücke in laufenden Bildern und Ton fest. Nun hat sie ein erstes Teaser-Video für die Kampagne Stop Mad Mining erstellt – als Vorgeschmack auf eine längere Dokumentation, die in den nächsten Monaten erscheinen wird. Wir sind gespannt und freuen uns, Ihnen ihr erstes Werk zum Thema präsentieren zu können!

Weitere Videos mit "Stimmen des Widerstands"

Reisebericht zur Delegationsreise

Illegaler Goldabbau in Guatemala wird untersucht

Von Barbara Klitzke Rozas

Guatemala-Stadt, 21.05.2016 (amerika21) - Im Fall der suspendierten Konzession für das Bergwerk El Tambor des Unternehmens Exmingua S.A. hat in dieser Woche eine Anhörung im Obersten Gerichtshof Guatemalas stattgefunden. Überdies reichte die Staatsanwaltschaft für Umweltvergehen eine Beschwerde ein und verlangt juristische Maßnahmen gegen das Bergbauunternehmen wegen Missachtung eines Urteils. Exmingua S.A. ist eine Tochterfirma des US-amerikanischen Konzerns Kappes, Cassiday & Associates (KCA).

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41.675 Stimmen an Malmström

Konfliktmineralien: Petition für verbindliche EU-Verordnung an Verantwortliche übergeben

Anna Backman (CIR) und Michael Reckordt (Powershift) übergeben die Unterschriften an EU-Handelskommissarin Malmström

Am 5. April 2016 trafen sich Vertreter*innen von Europaparlament, EU-Kommission und der niederländischen Ratspräsidentschaft im Rahmen des formellen Trilogs in Brüssel zu Verhandlungen über die neue EU-Konfliktmineralien-Verordnung. Vor dem Treffen überreicht Anna Backmann (CIR) zusammen mit Michael Reckordt (PowerShift) knapp 42.000 Unterschriften der Petition „Stoppt den tödlichen Handel mit Konfliktmineralien“ an EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Davor sprachen die beiden "Stop Mad Mining"-Vertreter*innen mit Roland Roosdrop, Direktor der Abteilung für Außenhandel im niederländischen Außenministerium. Als Vertreter der niederländischen Ratspräsidentschaft muss er in den Trilogverhandlungen die z.T. auseinanderklaffenden Interessen der 28 EU-Mitgliedstaaten vertreten.

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„Teile und Herrsche!“

 Studie über Pseudo-Wohltätigkeit von Bergbaukonzern in El Salvador veröffentlicht

Besuch der CIR bei der Gemeinde La Maraña, die sich gegen den Goldbergbau zur Wehr setzt.

April 2016 - Im November vergangen Jahres besuchten wir im Rahmen einer Delegationsreise die Gemeinden im Departamento Cabañas in El Salvador, die Widerstand gegen einen geplanten Tagebau für den Goldabbau leisten. Dort berichteten uns Aktivist*innen von den Pseudo-CSR-Maßnahmen der Stiftung El Dorado des australischen Konzerns OceanaGold. Mit Englisch- und Computerkursen für die Bevölkerung sowie Geldgeschenken an Schulen und Krankenhäusern versucht das Unternehmen, sich den Willen der Bevölkerung zu erkaufen. Auf diese Weise säht es soziale Konflikte. Nun haben die Sozialwissenschaftler*innen Stuart Kirsch und Jennifer Moore mit der Unterstützung salvadorianischer Basisorganisationen eine Studie über die Auswirkungen dieser vermeintlichen Wohltätigkeit auf die lokalen Konfliktdynamiken veröffentlicht.

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Guatemala: Bergbauprojekt in El Tambor geht weiter trotz gerichtlichem Beschluss

Von Barbara Klitze Rozas (amerika21)

Guatemala-Stadt. In Guatemala haben Betroffene des Bergbauprojekts Progreso VII Dericada rechtliche Schritte gegen das Vorhaben angekündigt. Vertreter*innen der Gemeinden San Pedro Ayampuc und San José del Golfo wollen gegen das Tochterunternehmen des US-Konzerns KCA, Exmingua, klagen. Die Delegation der Widerstandsbewegung La Puya hat bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeigen gegen den Bergbauminister, den Rechtsabteilungschef des Bergbauministeriums und Exmingua eingereicht. Grund dafür ist, dass die Bergbaufirma ihre Aktivitäten trotz einer anderslautenden Anordnung des Obersten Gerichtshofs fortsetzt.

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Neue Studie zu Stahl: ThyssenKrupp schaut weg

Menschenrechtsverletzungen für deutschen Stahl

Unsere Studie beleuchtet Hintergründe und Folgen des Rohstoffabbaus für die Stahlindustrie. Foto: CIR

Am 29. Januar 2016 ist die CIR nach Bochum zur ThyssenKrupp Hauptversammlung gefahren. Wir wollten den Stahlhersteller mit Menschenrechtsverletzungen konfrontieren, die nachweislich Zulieferer des Unternehmens begangen haben. In Mosambik haben die Minenbetreiber Vale und Rio Tinto Gemeinden vertrieben, um die für die Stahlerzeugung benötigte Kokskohle in Megaprojekten abzubauen.  Diese werden auch in unserer neuen Studie "Diebstahl – Unter der blanken Oberfläche: Wie die Stahlindustrie sich aus der Verantwortung stiehlt" aufgedeckt.

Die Befunde der Studie wurden von Spiegel Online aufgegriffen.

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Kultur statt Tagebau

Roşia Montană ist möglicher Kandidat für UNESCO Weltkulturerbe

Foto: UNESCO (http://flic.kr/p/dt852h) von Guillaume Speurt auf flickr.com lizensiert unter CC BY-SA 2.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)

Nirgendwo auf der Welt gibt es so gut erhaltene und weitläufige Untertageminen aus römischer Zeit wie in Roşia Montană. Dies bewog das rumänische Kulturministerium nun, die historische Gemeinde in die nationale Liste der Kandidaten für das UNESCO Weltkulturerbe mit aufzunehmen.

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Konfliktrohstoffe: EU-Verordnung darf nicht hinter China zurückfallen

Seit 1. Feburar verhandelt die EU. Die Verordnung zum Umgang mit Konfliktmineralien droht zu verwässern. Die Bundesregierung kann das Ruder rumreißen.

Wie Konfliktmineralien in unseren Produkten landen

Wir und andere Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern verbindliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen in Europa, die Rohstoffe aus Konfliktregionen nutzen. Falls sich die Vorstellungen von EU-Kommission und vielen Mitgliedsstaaten gegenüber dem EU-Parlament durchsetzen, drohen uns schwächere Vorschriften als in China.

Zur Pressemitteilung

Zur Petition: Keine Rohstoffe, die Konflikte finanzieren

Minenprojekte in Rumänien und Griechenland gestoppt!

Rumäniens größte Goldmine wird verhindert

Foto: Goodmorning - Rosia Montana (http://flic.kr/p/5zRCH) von Pirate Dea auf Flickr.com lizensiert unter CC BY 2.0 (creativecommons.org/licenses/by/2.0)

Diese Entscheidung fällte die rumänische Regierung bereits im Juli letzten Jahres. Nun hat sie nachgelegt: am 30. Dezember 2015 veröffentlichte das rumänische Kulturministerium die aktuelle Liste der nationalen historischen Denkmäler, die alle fünf Jahre aktualisiert wird. Neu aufgenommen wurde die Umgebung von Roșia Montană, unter dessen Erde das größte Goldvorkommen Europas liegen soll.

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Nein zum Abbau metallischer Rohstoffe

Arcatao stimmt als vierte Gemeinde in El Salvador gegen den Goldabbau

Bürger*innen Arcataos im Tag der Abstimmung gegen das Goldabbau-Projekt
Bürger*innen Arcataos im Tag der Abstimmung

09. November 2015 –  In der vierten Volksbefragung im Departamento Chalatenango stimmten 99,6 Prozent der DorfbewohnerInnen gegen den Goldbergbau. Die CIR begleitete das Referendum als internationale Wahlbeobachterin im Rahmen der Kampagne "Stop Mad Mining" und gratuliert der Partnerorganisation CRIPDES zu dem Ergebnis.

Zuvor hatten die Gemeinden Nuevo Trinidad, San José Las Flores und San Isidrio ebenfalls mit überwältigender Mehrheit gegen den Goldbergbau gestimmt.

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Roșia Montană: Europas größte Goldreserven bleiben unter der Erde

Konzern droht Rumänien mit Klage vor Schiedsgericht der Weltbank.

Demonstration gegen das Bergbau-Projekt in Rosia Montana.
Demonstration gegen das Bergbau-Projekt in Rosia Montana. Foto: Salvați Roșia Montană

 

Am 21. Juli 2015 entschied sich die Regierung Rumäniens gegen Europas größte Goldmine im eigenen Land. Nun fordert der kanadische Bergbaukonzern hinter dem Projekt Entschädigung von Bukarest. Gabriel Ressources kündigt an, vor dem Schiedsgericht der Weltbank (ICSID) zu klagen. Der Konzern hat in der Vergangenheit gedroht, bis zu vier Milliarden Dollar für entgangene Profite zu verlangen.

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Mehr Verantwortung entlang der Lieferkette ist möglich!

AK Rohstoffe widerlegt Argumente der Industrie

Deutschland ist der drittgrößte Importeur von mineralischen Rohstoffen in Form fertiger Produkte wie Smartphones oder Laptops weltweit. Unter welchen Bedingungen diese Mineralien abgebaut werden, ist jedoch eine ganz andere Frage. Am 16. Juni 2011 verabschiedete der UN-Menschenrechtsrat seine „Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte“, in denen Wirtschaftsunternehmen zur globalen Wahrung der Menschenrechte aufgefordert werden. Das bedeutet auch, dass der Verantwortungsbereich deutscher Unternehmen und ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten über die Kontrolle der direkten Zulieferer und die eigene Tätigkeit hinausgeht.

Trotzdem findet die Industrie immer wieder Argumente, weshalb sie dieser umfangreicheren Verantwortung entlang der Lieferkette nicht gerecht werden kann. Doch es hat sich gezeigt, dass die Umsetzung nicht nur notwendig, sondern auch realisierbar ist.

Global Whitness veröffentlicht Bericht über die Ermordung von UmweltaktivistInnen

Lateinamerika ist die am stärksten betroffene Region

April 2015 - Im Bericht „How many more?“ zieht die Kampagnenorganisation Global Whitness, welche die Zusammenhänge zwischen der Ausbeutung natürlicher Ressourcen, Korruption und bewaffneter Konflikte aufzeigt, eine erschreckende Bilanz: Im Jahr 2014 wurden in 17 verschiedenen Ländern 116 Menschen ermordet, die gegen Umweltzerstörung und Landraub protestiert hatten. Drei Viertel der Opfer wurden in Zentral- und Südamerika getötet, weil sie gegen den Bau von Staudämmen, Bergbauprojekten oder den agroindustriellen Anbau von Nutzpflanzen Widerstand leisteten. Der Bericht stellt fest, dass die Tötung von AktivistInnen durch PolizistInnen bei Demonstrationen oder durch Auftragskiller oft mit einer Strategie der Kriminalisierung einhergeht, in der GegnerInnen von Großprojekten als „Feinde der Entwicklung“ oder als „Terroristen“ stigmatisiert werden.

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