Petition

Gerechtigkeit für Moises Sánchez

– Die Petition ist abgelaufen

Moises Sánchez wird bedroht und kriminalisiert. Ihm drohen 30 Jahre Haft wegen falscher Anschuldigungen. Sein Engagement für Arbeitsrechte im Melonenanbau im Norden von Honduras ist Einigen ein Dorn im Auge. Jetzt beginnt ein Gerichtsprozess gegen ihn. Helfen Sie mit, eine Verurteilung abzuwenden!

20. Januar 2020

Foto: Kirsten Clodius

Hungerlöhne, Pestizide, Belästigungen: Um sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen auf Melonen-Plantagen in Honduras zu wehren, organisierten sich Arbeiter*innen des Fruchtkonzerns Fyffes 2016 in einer Gewerkschaft – und wurden umgehend entlassen. Der Gewerkschafter Moises Sánchez wird seitdem verfolgt und überlebte 2017 sogar ein Attentat. Nun wird er unrechtmäßig vor Gericht gestellt, offensichtlich um sein Engagement für Arbeitsrechte zu unterbinden. Er soll wegen illegaler Aneignung von Land verurteilt werden.

 

Die Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen durch falsche Vorwürfe und Anklagen nimmt weltweit zu. Vor allem in Lateinamerika steht die Zivilgesellschaft häufig extrem unter Druck, ihre Handlungsspielräume werden massiv eingeschränkt und Aktivist*innen bedroht.

Die Eilaktion ist beendet!

Mehr zum Hintergrund

Das irische Unternehmen Fyffes ignorierte schon lange ernsthafte Verstöße gegen internationale Arbeitsstandards in ihren Tochterfirmen. Seit sich 2016 in Honduras die Gewerkschaft STAS für Melonenarbeiter*innen gründete, wurde diese brutal unterdrückt. Ihre Mitglieder wurden bedroht und verfolgt.
Die Melonen-Arbeiter*innen in der ländlichen Gegend von Choluteca sind auf die Saisonarbeit angewiesen und leiden unter extrem ausbeuterischen und gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen.
Aus Honduras kommen 14% der in die EU eingeführten Melonen.

Folgende Arbeitsrechtsverletzungen wurden festgestellt:
• Gewerkschaftsfreiheit wird mit starker Repression verhindert und geht einher mit Bedrohungen, Belästigungen und Entlassungen von Gewerkschaftsmitgliedern. Tarifverhandlungen sind unmöglich zu führen.
• Außerdem sind die Arbeiter*innen gefährlichen Agrarchemikalien ausgesetzt, was zur Folge hat, dass viele über Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber klagen. Sie berichten, dass sie entweder gar nicht oder zumindest viel zu wenig über die Gefahren und Präventionsmaßnahmen informiert werden. Im Dezember 2015 litten rund 100 Frauen unter Vergiftungen, 14 von ihnen wurden ins Krankenhaus eingeliefert.
• Die gesetzlichen Mindestlöhne und Beiträge zur Sozialversicherung werden nicht bezahlt.
Geradezu grotesk erscheint auch, dass die Arbeiter*innen ihre eigene Arbeitsausrüstung wie Hacken, Macheten, Schutzkleidung und Schuhe selbst besorgen müssen. Die Kosten dafür entsprechen in etwa einem ganzen Wochenlohn. Von der Hand in den Mund, mehr erlaubt die schmale Entlohnung nicht. Selbst auch mal Melone zu essen, können sich die wenigsten leisten.

2018 hatte die ILO nach einer Anhörung bereits Sanktionen für Honduras aufgrund wiederkehrender und systematischer Arbeitsrechtsverletzungen ausgesprochen .

Internationaler Druck führte schließlich Anfang 2019 auch zum Ausschluss von Fyffes aus der Unternehmensinitiative ETI und der Organisation für Fairen Handel in den USA.

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Porträt von Kirsten Clodius

Ich bin für Ihre Fragen da:

Kirsten Clodius
Referentin für Honduras, Nicaragua, Kleidung, Frauenrechte, LGBTI*
clodiusnoSpam@ci-romero.de
Telefon: 0251 - 674413-18

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